Mittwoch, 7. März 2012

Fortsetzungsroman en blog

Regeln
So, jetzt ist es soweit, der dritte Teil ist fertig.
Damit man den bisher geschriebenen Roman in einem Stück durchlesen kann, hier auch gleich die ersten zwei Teile:

Kaum hatte ich mich umgedreht, da war mir auch schon klar, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Sie würde es nicht verstehen. Natürlich würde sie das nicht. Doch nun war die Gelegenheit, es richtig zu stellen, schon verstrichen. Dass manchmal Sekunden darüber entschieden, wie alles weitergehen würde, darüber war ich nicht das erste Mal verwundert.
Ich drückte den “Erdgeschoss”-Knopf im Fahrstuhl, die Türen schlossen sich mit diesem typischen, klingenden Geräusch, das so endgültig klang in meinen Ohren. Im Spiegel des Fahrstuhls starrte mir ein ausdruckloses Gesicht entgegen. Wie kommt es, dass ich in Momenten, die so bedeutend für mich sind, so nichtssagend schauen kann, fragte ich mich. “Kling” machten die Fahrstuhltüren und entließen mich in die Freiheit.
Ich spürte die sanften Strahlen der Frühlingssonne auf meinem Gesicht, als ich die Straße entlangging. (Ms. 101things)

Das haette nicht geschehen duerfen. Die Situation, in der sie uns ertappt hatte schien einfach zu eindeutig und erfuellte alle Klischees.
Sie starrte uns entsetzt an, eine Mischung aus Ueberrachung, Hass und Ueberlegenheit funkelte uns aus Ihren Augen entgegen. Mit einem filmreifen “Ich kann Dir alles erklaeren…”  stuerzte Matthieu auf sie zu und die Szene wirkte so unwirklich, dass ich nur mit Muehe einen Lachanfall unterdruecken konnte, der beim besten Willen nicht angemessen war. Stattdessen ergriff ich die Flucht, und zwar nicht nach Vorne, was sicher tausend mal besser gewesen waere, nein, es war die Flucht zum Fahrstuhl, was einem Schuldeingestaendnis gleich kam.
Aber ich hatte keine Schuld. ICH nicht. Und das musste ich einfach richtig stellen. Und zwar jetzt sofort.
Ich drehte auf dem Absatz herum und erreichte die Haeuserecke um die ich gerade erst gebogen war in nur wenigen Sekunden. Sofort erkannte ich, dass etwas los war. Etwas war passiert.
Ich began schneller zu gehen, zu laufen, ja zu rennen, legte die wenigen hundert Meter atemlos und von einer boesen Vorahnung getrieben schnell zurueck. Ich draengte mich durch die Menschenmenge, die vor wenigen Augenblicken noch nicht da gewesen war und erkannte in diesem schrecklichen Moment zwei  Dinge: Matthieu’s moosgruene Strickjacke und die Tatsache, dass mein Leben nie wieder so sein wird wie es einmal war. (Brigitte)

Der Anblick der sich mir bot, lies mich augenblicklich zurückweichen. Offensichtlich war es Matthieu, der umkreist von gaffenden Passanten auf der Strasse lag. Seine Arme und Beine waren seltsam verdreht, er erweckte den Eindruck einer Stoffpuppe, die man achtlos auf den Boden geworfen hat. Nur mühsam gelang es mir das Gesehene zu begreifen. Er muss mir gefolgt sein und beim Überqueren der Strasse ein Auto übersehen haben. Am liebsten hätte ich geschrien, wäre zu ihm hingelaufen und hätte seine Arme und Beine wieder in eine anständige Position gebracht um diesen grotesken Anblick nicht länger ertragen zu müssen. Liebend gerne hätte ich mich auch auf die Fahrerin gestürzt, die noch immer hinter ihrem Lenkrad saß. Sich krampfhaft daran festhaltend und mit schreckensstarrem Blick ins Leere schauend. Doch stattdessen blieb ich wie angewurzelt stehen, zum Glück, denn wer braucht schon einen "Ersthelfer", der wie verrückt am Verletzten herumzerrt und dann auch noch auf die unter Schock stehende Unfalllenkerin losgeht. Vor allem, da sie vermutlich weniger Schuld an der Situation getragen hat als ich. Hätte ich nicht so überstürzt die Wohnung verlassen, wäre er mir gar nicht gefolgt und hätte nicht, wie anzunehmen war, so kopflos die Strasse überquert. Ich war schuld an der ganzen Misere. Die folgenden Minuten bekam ich nur am Rande mit, verzerrte Stimmen, die nur halb zu mir durchdrungen ohne dass ich sie verstanden hätte, Sirenen, Blaulichter, Hektik

Ich bin mal gespannt, wies weitergeht.. der, der als erstes "hier" schreit, schreibt weiter. Ich hoffe, damit lässt sich was anfangen...

Kommentare:

  1. Klasse! Freu mich auch schon drauf, wie's weitergeht...
    LG Brigitte

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  2. Toll! Schön, dass du weitergemacht hast. Und ich bin auch ganz gespannt.

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